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Harald Helm

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Kamingedanken

Über Größe – Urteil – Gegenteil

Bin ich groß oder klein, im Ver­hält­nis wozu? Wir sehen: großes gibt es nur, weil es gleich­zeitig kleines gibt. Hätten wir keinen Vergleich (Bezugobjekt) für die Be­zeich­nung groß, kämen wir nie auf die Idee, irgend­etwas als groß zu be­zeich­nen. Ich bin groß im Ver­gleich zur Ameise oder zur Tochter und klein, verglichen mit einem Wolken­kratzer.

Wir schaffen Be­griffe als Eigen•schaften und gleich­zeitig durch das Wört­chen nicht oder die Vor­silbe 'un' ihr Gegen­teil, müssen wir ja, da wir sonst keinen Bezug zum gerade ge­schaf­fenen Be­griff her­stellen kön­nen. Wir glauben an der Dinge Eigen­schaf­ten, in dem wir sie uns [zu]eigen schaf­fen, sie über­nehmen, den gleichen Stand­punkt ver­treten, vom gleichen Stand­ort ur­teilen.

groß klein
lang kurz
voll leer
hell dunkel
schwer leicht
schön häßlich
leidlich unleidlich
links rechts, auch 'nicht links'
oben unten
schuldig unschuldig
menschlichunmenschlich, tierisch
Körper Seele, Geist, Nichtkörper
Mensch ein Mensch gegenüber, ein Unmensch, Nicht­mensch, Affe, Tier

Aus verschie­denen Blick­winkeln (Stand­orten) gesehen, ist groß klein (z. Bsp.: wenn wir die Erde statt als Be­wohner aus einer fernen Gala­xis betrach­ten wollen, oder im Ver­gleich zu anderen Planeten), lang kurz, voll leer (halb­volle Gläser sind zugleich halb­leer; ein Glas voll Wasser ist luft­leer) usw.

Da Begriffe, die mit 'un' oder der Vorsilbe 'Nicht-' begin­nen, sprach­lich lang­weilig sind, über­legten deren Schöp­fer oft schöner klin­gende Worte, die uns aber nicht von ihrem Sinn, dem Aus­druck des Gegen­teils, ab­len­ken können.

Wenn wir Men­schen uns betrach­ten, glauben wir, wir seien dick oder dünn, weiß oder schwarz, klug oder dumm, sport­lich oder träge, ge­schickt oder unge­schickt. Was, meinen Sie, ist davon wirk­lich wahr? Sind nicht alle Begriffe von uns er­schaf­fen worden? Selbst wenn die Mensch­heit meint: Sie seien klug, be­trach­ten Sie sich aus einem anderen Blick­winkel, und diese "Tat­sache" ist ihr Gegen­teil. Von allen Begrif­fen, die wir über uns pfle­gen, bleibt aber auch gar nichts übrig, sehen wir sie von anderen Stand­punk­ten aus.

Alle Urteile über uns sind nicht wahr, die Wahr­heit über uns läßt auch gleich­zei­tig gegen­tei­liges Urteil zu.

Sind wir dann etwa nicht vor­handen, exi­stieren wir gar nicht wirk­lich? Erschei­nen wir nur als das, was wir über uns selbst begriff­lich schaf­fen?

Warum reden wir von "meinem" Wald, "meinem" Holz, "meinem" Arm, "meinem" Bein, "meinem" Kopf, ja sogar von "meinem" Gehirn. Wenn alles von mir "meines ist" und zu mir gehört, was bin ich dann? Ich bin ja auch ohne Bein, ohne Arm, ohne Zahn, ohne Ohr. Bin ich mein Kopf, ist mein Kopf 'ich'? Trotz­dem ich nicht ohne Kopf leben kann: der Kopf ist nicht 'ich', ist Nicht-Ich. Bin ich 'Mensch', ist mein eigener Kopf Un­mensch.

Kamindenken Sie drüber?

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