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Harald Helm

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Die Lehre von der Erde in Form eines Tetraeders

Folgendes Szenario: Ein philo­sophisch interes­sierter Mann forscht in der Tiefe seines Gei­stes und gelangt dabei zu der Er­kennt­nis: unsere Erde muß die Form eines Tet­ra­eders haben. Dies be­gründet er mit seines Geistes logi­schen Erwä­gungen (wir wollen nicht näher auf seine Gedan­ken­gänge eingehen). Er schreibt sein Wis­sen darü­ber nieder und, weil er ein charis­ma­ti­scher Mensch ist, gelingt es ihm, seine Er­kennt­nis unter das Volk zu bringen. Seine Lehre ver­brei­tet sich schnell und schon bald geben auch seine Schüler über­zeugt sein Wissen weiter. Es finden sogar regel­mäßig spiri­tu­elle Versamm­lun­gen in extra errich­teten tetra­edrisch geform­ten Gebäu­den statt, mit dem Ziel, die Ur­sachen seiner Er­kennt­nis­ge­win­nung nach­zu­voll­zie­hen und zu erleben. Einigen der Teil­nehmer gelingt das ihrer Aus­sage nach sogar im Trance-Zustand. Jeden­falls wird es un­um­stöß­liche Tatsache, daß die Erde ein Tet­ra­eder ist, auf wel­chen die 4 Weltreiche Um­brien, Ora­dien, Eposcha und Alga­mera je eine der vier Flächen bewoh­nen.

Nun passiert, daß nach vielen, vielen Jah­ren einer der Nach­fol­ger unseres Philo­so­phen eines Abends bei Be­trach­tung des Sonnen­unter­gangs an der Küste Um­briens bemerkt, daß sich am Hori­zont die Was­ser­ober­fläche des Mee­res wölbt, wie die Run­dung eines Krei­ses. Er schließt daraus, daß sich der Be­grün­der der Lehre wohl ge­irrt haben muß, denn die Erde kann wegen der ge­wölb­ten Er­schei­nung des Hori­zontes NIE ein Tet­ra­eder sein, denn, wäre sie ein Tet­ra­eder, wäre der Hori­zont gerade wie die Kante des Körpers. Aufge­regt be­schließt er, der Welt nun von dessen Irrtum zu be­richten, denn die Erde ist ja eine Scheibe.

Wie, glauben Sie, geht unsere Ge­schichte weiter?

Inzwischen gibt es schon viele Profes­soren und Ge­lehrte, deren Fähig­keiten in der Berech­nung des Umfanges und Volu­mens des Erdtet­ra­eders bestehen. Folgten sie den neuen Er­kennt­nis­sen an, gäben sie zu, daß auch sie sich bisher irrten.

Das wäre ja nicht so schlimm, sorgten diese Gelehr­ten in der Ver­gangen­heit nicht dafür, daß jeder­mann die Wahr­heit vom Tet­ra­eder aner­kennen mußte. Den Ge­lehr­ten wurde sogar eine Steuer zuge­stan­den, die Tet­ra­eder-Steuer, von der sie bisher sehr gut lebten. Eine Ände­rung der Lehre stieße ihre Auto­rität um. Sie müßten um ihre ge­sell­schaft­li­che Stel­lung fürchten. Diese Nutz­nießer werden sich wehe­ment gegen die neuen Er­kennt­nisse wehren und weiter­hin nach Bewei­sen der alten Theorie suchen. Ja, sie werden sogar gewalt­tätig. Sie grenzen den Forscher gesell­schaft­lich aus, erklären ihn für geistes­krank, trach­ten ihm nach seinem Leben. Bei Andro­hung der Todes­strafe und der ewigen Verdam­mnis verbie­ten sie jedem Men­schen, die herr­schende Lehre vom Te­tra­eder anzu­zwei­feln.

Die Bevölkerung Umbriens sähe dabei nicht teil­nahms­los zu. In dem Augen­blick, da sie merkt, daß sie jahre­lang gewalt­sam betro­gen wurde, ist sie offen für Kampagnien gegen das Estab­lish­ment. Sie läßt sich nun leich­ter durch Gegen­kräfte in Bewe­gung setzen, folgt neuen Führern.

Wir sehen: Ideen, Lehren, einmal in die Welt gesetzt, sind je nach Verbrei­tung sehr lang­lebig. Um sie baut sich jahr­hun­derte­lang die Ge­sell­schaft. Neue Er­kennt­nisse, welche eine Lehre refor­mieren, korri­gieren, gar als falsch ent­kräf­ten könnten, brauchen bis zu ihrer Durch­setzung eben­falls sehr lange. Wir reden hier wieder von Jahr­hun­der­ten.

Wer, meinen Sie, besorgt wohl die Verbrei­tung neuer Er­kennt­nisse, und wer ist wohl in der Lage, die sich ihnen in den Weg stel­lende Kräfte zu besei­tigen?

Kamindenken Sie drüber?

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